Leben und Tod

Letztes Jahr ist mein Papa nach Zweijährigem Krebsleiden gestorben.Dadurch fängt man an viel über den Tod und das Leben nach zu denken. Warum ist man überhaupt auf der Welt wenn man wegen Krebs sterben muss? Warum gibt es allgemein so viele Krankheiten und Leid auf dieser Welt? Warum musste ausgerechnet MEIN Papa Krebs bekommen? Warum bin ICH noch auf dieser Welt? Was ist dieser berühmte Sinn des Lebens?So viele Fragen und doch weiß kaum einer eine Antwort darauf. Man könnte sagen dass Gott es so gewollt hat oder es ist Schicksal/ Karma, was auch immer. Tatsache ist, es ist nun einfach mal so und man muss sich als Hinterbliebener irgendwie damit abfinden.Was hätte man nicht noch alles zusammen erleben können. Solche Gedanken kommen mir in den Kopf. Was haben wir nicht schon alles zusammen erlebt. Gute wie auch weniger gute Sachen fallen mir da ein. 2 Jahre hatten wir Zeit uns an die Tatsache zu gewöhnen, dass er irgendwann in naher Zukunft nicht mehr bei uns sein wird und doch ist man wie gelähmt als es tatsächlich passiert.Ich fühle mich in letzter Zeit immer häufiger wie ein kleines Mädchen welches weinend zum Papa rennt wenn irgendwas passiert ist. Papa wird es schon richten. Denn mein Papa ist ja der beste Papa auf der Welt. Doch Papa kann mich nicht mehr tröstend in den Arm nehmen und Ratschläge geben. Denn auch der beste Papa der Welt muss irgendwann mal sterben. Zurück bleibe ich, das kleine Mädchen, das mit 27 eigentlich doch schon erwachsen sein müsste. Zum Glück habe ich ja noch die beste Mama und den besten Bruder der Welt, aber das sind eben beides kein Papa. Das soll nicht heißen das mir die beiden weniger wert sind.Das Leben geht weiter. Denn Spruch kennt jeder und manchmal hasst man ihn auch. Allerdings ist es wirklich so. Das Leben geht irgendwie immer weiter, es rast auch manchmal, habe ich das Gefühl. Manchmal bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Wie kann man seinen normalen Alltag leben, obwohl eine geliebte Person nicht mehr da ist. Wie kann man sich über unnötige Dinge aufregen, obwohl der Verlust vom besten Papa der Welt doch viel größer und bedeutsamer ist?Weil das Leben so ist! Der Tod gehört dazu, auch wenn man gut und gerne darauf verzichten könnte. Man muss irgendwann zurück in den Alltag finden. Man muss sich manchmal über Kleinigkeiten aufregen und man muss auch mal lachen. All das und noch viel mehr gehört zum Leben.Ein paar Tage nach seinem Tod sind ein paar komische Sachen passiert. Es kann Zufall sein oder auch nicht... Meine Mutter liebt Deko. Überall im Haus kann man was finden. Als sie gerade unten an der Haustür war, ist ein Herzchen runter gefallen was eigentlich nicht fallen kann. Da hat sie schon gesagt, dass sie das Gefühl hat dass es Papa war, der ihr ein Zeichen geben möchte. Mein Bruder und ich haben da nur mit dem Kopf geschüttelt. Abends sitze ich mit meine Mutter in der Küche, als plötzlich wieder ein Herzchen runter fällt. Es war mit einem Nagel im Fensterrahmen befestigt, welcher auch noch drin steckte und auch das Band war nicht gerissen. Da lächelte meine Mutter nur und sagte: Siehste, auch du solltest ein Zeichen bekommen." Ich war so baff und wusste gar nicht was ich sagen soll. So ein großer Zufall oder doch wirklich ein Zeichen? Als mein Bruder kam, war er noch immer davon überzeugt das alles Blödsinn wäre und wir sollen uns doch nicht sowas einbilden. Am nächsten Tag stand mein Bruder in der offenen Haustür und die festgeklebte Funkklingel fällt neben ihm runter. Er hebt sie auf und drückt sie leicht an und sie hält wieder bombenfest. Man kann sie bis heute nicht abnehmen. Da war auch mein Bruder überzeugt das es mein Papa war der jedem noch einmal einen Gruß dalassen wollte. Ich weiß selbst wie verrückt es sich anhört, aber ich finde es einen schönen Gedanken und jeder darf für sich selbst entscheiden ob es nur Zufälle waren oder doch mein Papa.1 Monat später habe ich von meinem Papa geträumt. Im Traum hat er nicht mit mir geredet. Er hat mich nur angesehen und seine Augen waren jeweils ein helles Licht. Einerseits hatte ich Angst, aber ich wusste das brauch ich nicht. Als ich aufwachte war ich fix und fertig. Sofort habe ich bei Google geschaut was es bedeuten könnte. Leuchtende Augen... Augen sind der Spiegel der Seele. Hat man so oft schon gehört, aber das war nun wirklich die Seele von MEINEM Papa. Er hat mich im Traum noch einmal besucht um mir zu zeigen das er da ist. Ich glaube fest daran, obwohl ich sowas früher als Blödsinn abgetan habe. Vielleicht wünscht man es sich so sehr dass man irgendwann daran glaubt, damit es einfacher wird damit umzugehen. Ich weiß es nicht. Für mich fühlt es sich aber so richtig an.Papa ich vermisse dich jeden Tag. Ich denke oft an dich und auch wenn ich traurig bin, bin ich froh dass du mein Papa bist. Irgendwann sehen wir uns wieder.

10.1.16 10:51

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